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Ja
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Ja ist ein deutsches Wort mit der Grundbedeutung der Zustimmung, Bestätigung und Bekräftigung. In WĂśrterbĂźchern wird es unterschiedlich abgehandelt und wird mehreren Wortarten zugerechnet. Als Partikel generell ist ja entweder die positive Antwort auf eine Entscheidungsfrage oder hat anderen Bestätigungscharakter und ist damit das Gegenteil von âneinâ. Im Satzinneren fungiert ja als Modalpartikel und drĂźckt dabei vielfältige Beziehungen des Gesagten aus. Weiters kann ja in gegebenen Fällen als Interjektion interpretiert werden und ist dann in der gesprochenen Sprache oft ein FĂźllwort. Letztlich kann das Wort unter entsprechender syntaktischer Umgebung zur Konjunktion werden.
Contents
⢠Etymologie
⢠Aussprache
⢠Bedeutung
⢠Produktivität
⢠Quellen
⢠Siehe auch
⢠Weblinks
⢠Anmerkungen
⢠Einzelnachweise
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Etymologie
âJaâ ist ein Erbwort, gehĂśrt mithin zum ältesten Bestand des deutschen Wortschatzes und seine Entsprechungen in den Germanischen Sprachen sind lautlich meist sehr ähnlich. Das Wort ja ist bereits in dieser Form im Althochdeutschen vor dem 9. Jahrhundert belegt und liegt in etlichen anderen Sprachen dieser Zeit in gleicher oder ähnlicher Form vor.
Die Herkunft ist laut Wahrig (1991)cite-ref-1[Anmerkung 1] unklar. Der exakte lautliche Bezug zur Ursprache Indogermanisch kann bislang nur vermutet werden. Morphologisch stellt Adelung (1793) ja zu einem althochdeutschen Verb jahĹn âsagenâ; das heutige Verb bejahen lässt sich als Präfixverb eines solchen frĂźheren Wortes verstehen. Heute wird ja mit einem rekonstruierten indogermanischen Pronominalstamm *i-/*ie-/*io- (wie es im Wort jener vorkommt) in Beziehung gebracht.cite-ref-2[1]cite-ref-3[2]
Die Bedeutung des deutschen Wortes ja änderte sich von frßhester Zeit an kaum. Ja unterlag damit im Laufe der Zeit keinem Bedeutungswandel, was das Wort zu einem Teil des Grundwortschatzes der Sprache zählen lässt.
Aussprache
Wie bei einem GroĂteil des Vokabulars einer Sprache ist auch die Aussprache des Wortes ja, mithin im Besonderen die des a-Lautes von mehreren Faktoren abhängig.
⢠Der Grad der Offenheit (Vokalqualität) hängt in starkem AusmaĂ von der Sprachregion (dialektale Variation) ab und changiert durchwegs zwischen einem offenen a ([ja]) Ăźber ein halboffenes a ([jÉ]) zu einem offenen o ([jÉ]). Standardsprachlich gilt ein offenes a als die Norm; tendenziell wird der Vokal in Dialekträumen des sĂźdlichen deutschen Sprachgebiets angehoben. Aber auch der Idiolekt und ggf. die soziale SchichtzugehĂśrigkeit (Soziolekt) kann bei der Aussprache eine Rolle spielen.
⢠Die Vokallänge (Vokalquantität und Lautdauer), [ja] oder [ja:], kann sprecherabhängig sein (grundsätzlich langsameres oder schnelleres Sprechen), wird aber hauptsächlich pragmatisch bestimmt und hängt von der jeweiligen Sprechsituation und dem sprachlichen Kontext ab.
⢠Die Intonation (fallende oder steigende TonhÜhe oder kombiniert) ist in der Regel von denselben Faktoren abhängig wie die Vokallänge. Eine starke oder schwache Betonung deutet zudem auf eine unterschiedliche Bedeutung von ja als Modalpartikel hin.
Ja als Modalpartikel
â Siehe dazu auch den Abschnitt Zuordnung von ja zu Wortarten
Das Wort ja stand im Mittelhochdeutschen am Anfang eines Satzes und wurde mit der Bedeutung âfĂźrwahrâ verwendet (âjâ tuon ichz durch din ĂŞreâ âfĂźrwahr, ich tu es um deiner Ehre willenâ). Im Neuhochdeutschen wanderte das Wort bei Verwendung âmit besonders ausgeprägten Beziehungenâ in das Satzinnere.cite-ref-paul-4-0[3]
Bedeutung und Verwendung
In den verschiedenen WĂśrterbĂźchern geht die Beschreibung des Wortes ja als Modalpartikel von unterschiedlichen Ansätzen aus. Dabei werden die Verwendungsweisen des Wortes herangezogen, um so auf seine Bedeutung zu schlieĂen.
Bei Adelung (1793) wird ja unterschieden in eine Verwendung
⢠im eigentlichen Sinn (Antwort auf Fragen und Bitten)
⢠im Ăźbertragenen (âfigĂźrlichenâ) Sinn (modale Verwendung)
Das modale ja ist bei Adelung also eine bildhafte Verwendung der Antwort ja, ohne dass diese Bildhaftigkeit näher beschrieben wird.
Paul (1908) unterscheidet ebenfalls zwischen der Modalpartikel (ohne sie als solche zu bezeichnen) und ja als Antwort. Bei modaler Verwendung unterteilt er die Verwendungsweise hinsichtlich der Betonung:
⢠ja mit starker Betonung steht
⢠bei Aufforderungen (âSchreib dir das ja auf!â, âTu das ja nicht!â)
⢠bei Absichten (âEr lĂźgt, damit man ihm ja nicht auf die Schliche kommt.â)
⢠(heute nicht mehr mit ja, sondern mit doch gebräuchlich) in Bedingungssätzen, âum anzudeuten, daĂ der Eintritt der Bedingung nicht wahrscheinlich ist: wir wollen nicht mehr auf ihn warten, wenn er ja noch kommen sollte, mag er âŚâcite-ref-paul-4-1[3]
⢠ja mit schwacher Betonung steht
⢠bei Einräumungen und Einwendungen (âDas Schwimmbad ist ja neu, aber âŚâ)
⢠als Hinweis auf etwas schon Bekanntes (âWir gehen ja heute ins Schwimmbad.â, âDu kennst ihn ja.â, âwie du ja weiĂtâ)
⢠um anzudeuten, dass etwas ohnehin geschieht und nichts anderes notwendig ist (âIch komme ja schon!â, âDas errätst du ja doch nie.â)
⢠bei Schlussfolgerungen, die im Widerspruch zu den Erwartungen stehen (âDann kann ich ja gehen.â, âDann wäre es ja wahr, was er gesagt hat.â)
⢠bei Ausrufen des Erstaunens (âDu bist ja schon wieder da!â, âDas ist ja nicht mĂśglich!â) oder des Verdrusses (âDas kann ja heiter werden!, Das ist ja nicht auszuhalten!â)
⢠beim Eintreten von etwas Erwartetem (âDa bist du ja.â, âDa kommt sie ja schon.â)
Duden (1994) kategorisiert ja in allen Verwendungsweisen als eine nicht näher spezifizierte Partikel. Dabei wird ja als Antwort mit der modalen Verwendung des Wortes in eine Reihe und nicht (wie bei Adelung, Grimm oder Paul) einander gegenßbergestellt. Wie Paul rubriziert auch der Duden die modalen Verwendungsweisen von ja mit Einbezug der Betonung und kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie jener. Zusätzlich werden meist auch Bedeutungssynonyme angegeben:
⢠unbetontes ja
⢠drĂźckt ein ResĂźmee aus, weist auf Bekanntes hin, dient der BegrĂźndung fĂźr AllgemeingĂźltiges; Bedeutung: âdoch, bekanntlichâ (âDas habe ich ja gewusstâ, âDu kennst ihn jaâ, âDa ja Berlin und Paris Hauptstädte sind âŚâ)
⢠drĂźckt Erstaunen oder Ironie aus; Bedeutung: âwirklich, tatsächlichâ (âDu bist ja schon da!â, âDas wird ja heiter!â)
⢠bedeutet eine Einschränkung, meist mit aber verwendet (âDas Schwimmbad ist ja neu, aber âŚâ)
⢠dient der steigernden Anreihung von Sätzen oder Teilsätzen; Bedeutung: âmehr noch, sogar, um nicht zu sagenâ (âich schätze, ja, ich verehre ihnâ)
⢠betontes ja
⢠steht in Aufforderungssätzen als Ausdruck dringender Mahnung; Bedeutung: âunbedingt, ganz bestimmt, auf jeden/keinen Fallâ (âTu das ja nicht!â, âEr lĂźgt, damit man ihm ja nicht auf die Schliche kommt.â)
⢠(auch unbetont): âreiht einen Satz an, in dem konzessiv Bezug auf vorangegangene Aussagen od. Gedanken genommen wirdâcite-ref-5[4]; Bedeutung: âallerdingsâ (âJa, wenn ich das gewusst hätte!â, âJa, leider, das geht nicht.â)
Ja als Antwort und Bestätigung
Bedeutung
Als Bedeutungserklärungen fßr ja als Antwort(partikel) sind in den WÜrterbßchern unter anderem folgende zu verzeichnen:
⢠Laut Adelung (1793) wird das Wort ja als Antwort dort eingesetzt, âwo es geradezu versichert, daĂ eine Sache ist, gewesen ist, oder sein wirdâ.
⢠Im Grimm (1854â1961) ist ja die âzustimmende antwort auf eine frage, behauptung oder forderungâ.
⢠Bei Schiller (ca. 1905) âdient [ja] zur Versicherung, daĂ eine Sache so ist, wie der Fragende meintâ.
⢠Bei Sanders (1912) ist ja âdie einen Satz vertretende Bekräftigung, nach einer Frage das Statthaben des in Frage Gestellten bezeichnendâ.
⢠Der Brockhaus (1951) beschreibt ja als âZustimmung, Versicherung der Wahrheit oder des Gehorsamsâ.
⢠BĂźnting (1996) verzeichnet ja als âBejahung, positive, zustimmende Beantwortung auf eine Entscheidungsfrageâ und es dient âum etw. zu bekräftigenâ
Eine spezielle Bedeutung von ja liegt vor, wenn das Wort als Refrainfrage an eine Frage angehängt wird. In Fällen wie âDas stimmt doch, ja?â oder âWollen wir heute ins Schwimmbad gehen, ja?â entspricht das angehängte ja einem in der Standardsprache anzutreffenden nicht wahr? oder synonym und regional unterschiedlich verwendeten AusdrĂźcken wie ⌠oder?, ⌠gell? oder ⌠wohl?.
Ja kann auch eine Intensivierung oder Steigerung zum Ausdruck bringen: âIch schätze, ja, ich verehre ihn.â Dabei bekräftigt das ja die vorhergehende Aussage so sehr, dass man quasi den Mut dazu aufbringt, das Gesagte noch einmal in verstärkter Form zum Ausdruck zu bringen.cite-ref-paul-4-2[3] Ăhnlich eindringlich machend wirkt ja, wenn das vorher Genannte nach einem ja in gleicher Form wiederholt wird. Formulierungen wie âich, ja ichâ oder âin seinem Kummer, ja, Kummer âŚâ gelten heute als stilistisch hochstehend, veraltet oder als literarische Ausdrucksform.
Logische Funktion von ja bei Fragen
⢠Positive Fragen
Ja bestätigt die Aussage in einer positiv formulierten Frage. Abhängig vom Inhalt der Frage kann diese Bestätigung entweder uneingeschränkt gelten (âGehst du heute ins Schwimmbad?â â âJa (, ich gehe heute ins Schwimmbad)!â) oder nur bedingt, wobei in der Antwort bestimmte adversative AusdrĂźcke folgen wie aber, jedoch, allerdings etc. (âJa, aber âŚâ). Einschränkungen solcher Art beziehen sich nur auf den Inhalt der Frage oder auf situative Bedingungen, die Logik des Bestätigens und der Akt des Fragens selbst bleiben davon unberĂźhrt.
⢠Negative Fragen
Negativ formulierte Fragen sind komplexer als positiv formulierte: Die Frage âGehst du heute nicht ins Schwimmbad?â mĂźsste logisch korrekterweise mit âJaâ beantwortet werden, wenn man nicht ins Schwimmbad geht (Bestätigung). Ein derartiger rein logisch verstandener Gebrauch einer Verneinung in Frageform ist im alltäglichen Sprachgebrauch kaum anzutreffen. Vielmehr bezieht sich das ânichtâ in derartigen Fällen nicht auf den Inhalt der Frage, sondern auf eine Vorannahme des Fragenden: Die Frage âGehst du heute nicht ins Schwimmbad?â bedeutet implizit so viel wie âIch dachte du gehst ins Schwimmbad, und jetzt sehe ich, dass du nicht dort bist. Gehst du nun doch noch hin?â oder âIch glaube, du gehst heute ins Schwimmbad. Stimmt das?â und dergleichen. Das ânichtâ in der Frage ist also pragmatisch keine Negation des Inhalts (ins Schwimmbad gehen), sondern bringt eine Verwunderung, einen Zweifel oder eine Verunsicherung des Fragenden oder den Widerspruch zu seinen Erwartungen zum Ausdruck. Daher wird die Antwort auf âGehst du heute nicht ins Schwimmbad?â als Antwort auf das indirekt AusgedrĂźckte und nicht als Antwort auf den logischen Inhalt der Frage interpretiert. Folglich wird nicht ein âJaâ, sondern ein âNeinâ als korrekt empfunden, wenn der Gefragte nicht ins Schwimmbad geht. Das âJaâ ist damit die positive Bestätigung einer positiv formulierten Aussage und âNeinâ die positive Bestätigung einer negativ formulierten Aussage (âJa, ich gehe ins Schwimmbadâ vs. âNein, ich gehe nicht ins Schwimmbadâ).
⢠âOderâ-Fragen
Auf Entscheidungsfragen mit âoderâ (âGehst du heute ins Schwimmbad oder nicht?â) ergibt eine Antwort mit âJaâ (oder âneinâ) keinen logischen Sinn. Die beiden semantischen Elemente sind in derartigen Fragen mit einem ausschlieĂenden Oder (XOR) verbunden, die Inhalte schlieĂen also einander aus. Daher kann sich eine Antwort wie âjaâ oder âneinâ nur entweder auf den ersten oder auf den zweiten Teil der Frage beziehen, und die Frage bleibt damit unbeantwortet. Ein alleiniges âJaâ auf eine âOderâ-Frage gilt daher rein logisch als falsche Antwort.
Im alltäglichen Sprachgebrauch hingegen wird auf die Frage âGehst du heute ins Schwimmbad oder nicht?â ein âJaâ zusammen mit einer erweiterten Aussage wie âJa, ich gehe (schon/wohl/doch) hinâ als eine korrekte Antwort angenommen. Dasselbe gilt fĂźr die negative Antwort âNein, ich gehe nicht hinâ. Ein alleiniges âJaâ oder âNeinâ wird ebenfalls akzeptiert, zumal diese WĂśrter als KĂźrzung der erweiterten Aussage gesehen werden kĂśnnen. Der Grad der Akzeptanz eines alleinigen âJaâ (oder âNeinâ) kann sprecherabhängig und/oder situationsbedingt unterschiedlich sein. So etwa kann schon eine entsprechende Intonation der Frage mitteilen, ob mehr Gewicht auf das vordere oder auf das hintere Element der Frage gelegt wird. Auch der Kontext, in dem die Frage gestellt wird, kann dafĂźr eine Rolle spielen.
Syntaktische Funktion
Ein âjaâ kann einen positiv formulierten Satz oder eine positive satzwertige Phrase nach sich ziehen wie âJa, das ist so!â oder âJa, ich will.â In syntaktischer Hinsicht hat das Wort ja selbst satzwertigen Status, entspricht also bei alleinigem Einsatz einem vollständigen Satz (Holophrase) oder bildet einen Teilsatz (âJa, das ist soâ). Der satzwertige Charakter von alleinigem Ja zeigt sich in dem Umstand, dass ein Teilsatz von ihm abhängen kann: âWillst du mitkommen?â â âJa, wenn du es wĂźnscht.âcite-ref-paul-4-3[3]"
Pragmatische und prosodische Aspekte
â Siehe dazu auch den unteren Abschnitt Ja als Interjektion
Gerade in Hinblick auf die Pragmatik bzw. das Sprechhandeln kann die Bedeutung von ja variieren. Viele Inhalte kĂśnnen, unter den passenden situativen Umständen mehr oder weniger ohne Bedeutungsunterschied, sowohl in Form eines Aussagesatzes als auch in Form eines Fragesatzes geäuĂert werden (âWir wollten doch heute ins Schwimmbad gehen.â und âWollten wir heute nicht ins Schwimmbad gehen?â). Je nach Art des Satzes ist dann ein nachfolgendes âJaâ entweder als Antwort oder auch als Interjektion (âJa! Gehen wir gleich!â) zu sehen.
Bedeutungsunterschiede der Antwort âjaâ ergeben sich auch durch die Satz- bzw. Wortmelodie.
⢠Ein in der TonhĂśhe ansteigendes, fragendes âJa?â bedeutet weniger eine positive und zustimmende Antwort einer Frage, sondern vielmehr gegenteilig Staunen, Verwunderung (âGestern war ich wieder im Schwimmbad.â â âJa (tatsächlich)?â) oder Zweifel (âJa (meinst du wirklich)?â).
⢠Ein deutlich lang oder kurz ausgesprochenes Ja zeigt je nach Redesituation NachdrĂźcklichkeit unterschiedlicher Art wie Genuss und Freude (âJaaa, das wird schĂśn!â) oder Reaktion auf Ungeduld (âJaaa, ich werde es schon tun!â), während ein deutlich kurzes, präzises und knappes âJa.â auch den Akt des Bestätigens selbst verstärken kann (âWillst du das tatsächlich tun?â â âJa.â) In solchen Fällen werden je nach Sprecher â häufig mit scherzhaftem Charakter â auch lautliche Varianten von ja (wie beispielsweise yo oder yep oder das militärische jawohl â mit Kenntlichmachung der scharfen KĂźrze auch in der Schreibung jawoll) verwendet. Auch bei Grimm (1854â1961) wird bei NachdrĂźcklichkeit durch KĂźrze oder Länge der Einsatz derartiger Abarten von ja erwähnt.
Eine Reduplikation von ja (âja, jaâ) im alltäglichen Sprachgebrauch ist heute keine Intensivierung, wie es eine Reduplikation in anderen Fällen oft der Fall ist oder wie das wiederholte ja es vor längerer Zeit noch besonders in literarischen Texten war,cite-ref-6[5] sondern steht in Zusammenhang mit einer Beurteilung oder Bewertung seitens des Antwortenden mit oft gegenteiligem Charakter:
⢠Besänftigung und Beschwichtigung des Fragenden oder Relativierung des Frageinhalts (âJa, ja, ist ja gut.â)
⢠Vermindern der Bedeutsamkeit oder HerabwĂźrdigen des Frageinhalts oder der fragenden Person (âJa, ja, schon gut/hĂśr auf damit!â)
⢠Verweis darauf, dass sich die Frage ohnehin von selbst beantwortet oder die Aussage nicht angezweifelt wird (âJa, ja, ich weiĂ.â).
Die Verwendung von ja als Frageanhängsel (âDas stimmt doch, ja?â) nimmt die positive Antwort vorweg und drĂźckt die Meinung des Fragenden aus oder soll den Gefragten â oft in suggestiver Form â dazu bringen, der fragenden Person zuzustimmen.
Zusätzlich zur Antwort- und Bestätigungsfunktion von ja drĂźckt das Wort, wenn es allein steht, am Telefon (ohne Namensnennung) Gesprächsbereitschaft (âJa.â im Sinne von âJa, bitte?, Hallo?â etc.) sowie Verständnis (âJa.â im Sinne von âHabe verstandenâ etc.) aus.cite-ref-7[6]
Gesellschaftliche Bedeutung â Ja als politische Parole
âJaâ kann in brisanten politischen Angelegenheiten â entweder als Antwort auf eine direkt ausformulierte Frage oder gekĂźrzt zur politischen Parole geworden â mobilisierenden Charakter erhalten. Deutlich wurde dies beispielsweise im Rahmen zweier Volksabstimmungen:
Bei der nach dem sog. Anschluss Ăsterreichs an Nazi-Deutschland im Nachhinein durchgefĂźhrten Volksabstimmung (gleichzeitig mit der Wahl zum Deutschen Reichstag) erhielt das âJaâ insofern prominente Bedeutung, als ein Nein â abgesehen von der herrschenden politischen Pro-NS-Stimmung â schon allein aufgrund des ohnehin bereits vollzogenen Anschlusses fĂźr den kritischen Wähler lächerlich wirken musste. Zudem wurde mit der Abstimmung eine Junktimierung vorgenommen, als dass mit der Zustimmung zum Anschluss man auch gleichzeitig fĂźr Adolf Hitler als Reichskanzler stimmte. Die Frage zur Volksabstimmung lautete in Ăsterreich lt. Gesetzblatt: âBekennst du dich zu unserem FĂźhrer Adolf Hitler und damit zu der am 13. März 1938 vollzogenen Wiedervereinigung Ăsterreichs mit dem Deutschen Reich?âcite-ref-9[7] Der Scheincharakter der Volksabstimmung zeigte sich auch in der unterschiedlichen GrĂśĂe der AntwortmĂśglichkeiten auf dem Wahlzettel, auf dem das Ja wesentlich grĂśĂer abgebildet war, was die Suggestivfrage auf dem Wahlzettel unterstĂźtzte.
Deutlich wurde âJaâ zur markanten politischen Parole im Referendum Ăźber den Vertrag Ăźber eine Verfassung fĂźr Europa in Frankreich im FrĂźhjahr 2005. Nach dem monatelangen Austausch von Pro- und Kontra-Argumenten ging es in den Tagen unmittelbar vor der wichtigen Wahl hauptsächlich nur noch darum, mittels eines Oui oder Non seiner persĂśnlichen Ăberzeugung Ausdruck zu verleihen und damit noch eventuell unentschlossene Wähler zu mobilisieren.
Semantische Ăquivalente fĂźr ja
Synonyme und sprachliche Varianten
Ja kann in allen sprachlichen Situationen verwendet werden und gilt in allen Varietäten sprachlich als korrekt. Um âJaâ auszudrĂźcken, gibt es zum Wort ja mehrere synonyme MĂśglichkeiten, von denen allerdings keine diesen universellen Charakter hat. Der Gebrauch solcher Synonyme ist beschränkt, und zwar vorwiegend hinsichtlich der
⢠Sprachregion: Freilich! (vor allem im sĂźddeutschen Sprachgebiet), Passt! (vor allem in Bayern und Ăsterreich), Läuft! (vor allem in Hamburg und Norddeutschland). Diese AusdrĂźcke werden sehr häufig auch gemeinsam mit ja verwendet (âJa, freilich!â) und haben so bekräftigende Wirkung.
⢠fachsprachlichen Bereiche: Jawohl! (beim Militär als eine Zustimmung ohne Zweifel oder Widerspruch (etwa bei einer Befehlsentgegennahme), kann auch im allgemeinen Sprachgebrauch als bekräftigende Form verwendet werden), Positiv! (im Funkverkehr, um Missverständnisse zu vermeiden), Aye! (meist in der verdoppelten Form Aye-aye! in der Seemannssprache, Lehnwort aus dem Englischen)
⢠Sprachebene (Umgangssprache, Dialekte): Nu! (in der sächsischen Umgangssprache), okay (Lehnwort aus dem Englischen, kann in der Standardsprache nur bedingt verwendet werden), eh (im Sinne von âja, stimmt ehâ, im informellen Sprachgebrauch regional begrenzt und von der Sprechsituation abhängig)
⢠sozialen Varietäten (Gruppensprachen, Jargons): Dieser Bereich zeichnet sich durch groĂen Variantenreichtum hinsichtlich der Schreibung und Lautung aus. Zu verzeichnen sind im Besonderen
⢠Varianten von deutsch ja und englisch yes bzw. yeah (etwa ya, ye, jo/yo, jou, joa, jau, ju und gruppenspezifische Abarten wie japp/yap, jepp/yep, jupp/yup)
⢠Verballhornungen (beispielsweise yodihoo, jausen, yihaa)
⢠die besonders im Netzjargon anzutreffenden typografischen KĂźrzungen âkâ (als KĂźrzung von okay) und y (als KĂźrzung von yes).cite-ref-10[Anmerkung 3] Daran angelehnt mit ähnlicher Bedeutung existiert das KĂźrzel ACK (Kurzform von engl. to acknowledge = âzur Kenntnis nehmen, zustimmen, bestätigenâ) fĂźr das Bedeutungsfeld âja, ok, einverstanden, zur Kenntnis genommenâ.
Paraverbale Entsprechungen
Eine paraverbale LautäuĂerung, die in ihrer Bedeutung einem âJaâ oder einer gleichkommenden Bestätigung entspricht, ist das Realisieren von zwei aufeinanderfolgenden Lauten, wobei der zweite Laut meist mit einem [h] aspiriert (angehaucht) wird und die Tonlage des zweiten Lauts hĂśher liegt als die des vorhergehenden. Eine Umkehrung der TonhĂśhe (und Artikulation ohne Aspiration) bedeutet auch eine Umkehrung des semantischen Gehalts der LautäuĂerung und bedeutet demnach eine Ablehnung und âneinâ. Bei geschlossenen Lippen entsprechen diese Laute etwa einem âĘm-hmâ, bei geĂśffnetem Mund kreist die Lautqualität im Bereich eines Schwas (É) ([ĘÉ-hÉ]) oder eines fast offenen Zentralvokals ([É) an ([ĘÉ-hÉ]).
Nonverbale Entsprechungen
In Griechenland oder der TĂźrkei deutet man ein âNeinâ an, indem man die Stirn etwas zurĂźck kippt. In Bulgarien wird ein âNeinâ oft durch ein Nicken bekräftigt. Ortsunkundige kĂśnnen beides als bejahendes Nicken missverstehen.
Produktivität
Das Wort ja als Antwort und Bestätigung ist Ausgangswort fßr einige Weiterbildungen:
Die Partikel ist das Bestimmungswort einiger Komposita. Verzeichnet sind die beiden heute gebräuchlichen Ausdrßcke
⢠Jawort âgĂźnstige Antwort auf eine Werbungâ (Brockhaus 1951); Duden 1994; Paul 1908
BĂźnting (1996) unterscheidet dabei zwischen der eigentlichen Bedeutung âoffizielle Einwilligung, Zustimmung zur EheschlieĂungâ und der Ăźbertragenen Bedeutung âZustimmung zu etw.â (âDas Jawort war noch nicht gesprochenâ).
⢠Jasager âwer (leicht) zustimmtâ (Brockhaus 1951); âPerson, die sich stets der Mehrheit, anderen Personen anschlieĂt, unterwirft u. keine eigene Meinung vertrittâ (BĂźnting 1996, hier auch die feminine Form Jasagerin); âjmd., der zu allem ohne eigene Meinung ja sagtâ (Duden 1994)
sowie dessen veraltete Synonyme
⢠Jaaffe âaffe der zu allem ja sagtâ (Grimm 1854â1861)
⢠Jabruder âein gedanken- und willenlos Beistimmenderâ (Adelung 1793); âeiner, der zu allem ja sagt, keine eigene meinung vertrittâ (Grimm 1854â1861)
⢠Jaherr ,eine Person, welche zu allem Ja saget, alles verspricht, bewilliget und einräumet, welche aus Schwäche nicht das Herz hat, andern zu widersprechen, oder ihnen etwas abzuschlagenâ (Adelung 1793); âeiner, der zu allem ja, herr! sprichtâ (Grimm 1854â1861); âeiner, der zu allem ja sagtâ, bis ins 18. Jahrhundert gebräuchlich (Paul 1908)
⢠Jaknecht âeiner, der willenlos ja sagtâ (Grimm 1854â1861)
⢠Jamensch âMensch, der zu allem ja sagtâ (Grimm 1854â1861)
Von den veralteten Formen ist Jabruder noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts anzutreffen.cite-ref-11[8]
Als Ableitung, im Speziellen als Substantivierung der Partikel existiert das Ja mit folgenden Bedeutungen oder Bedeutungskomponenten:
⢠âZustimmungâ (Duden 1994, Sanders 1912)
⢠âEinwilligungâ (Brockhaus 1951, Sanders 1912)
⢠âbejahende, zustimmende Antwortâ (Wahrig 1991)
⢠âZustimmung auf eine Entscheidung fordernde Frageâ (BĂźnting 1996)
Ja in anderen Sprachen
âJaâ ist ein Basiswort in fast allen Sprachen. Aufgrund seiner Bedeutsamkeit ist es kurz und unterscheidet sich meist deutlich von âNeinâ. Abgesehen von echten Verwandtschaften innerhalb von Sprachfamilien sind Ăhnlichkeiten in der Lautung Ăźber Sprachgrenzen hinweg eher mit der KĂźrze zu begrĂźnden und deshalb meist zufällig:cite-ref-12[Anmerkung 4]
⢠Bosnisch, Bulgarisch, Kroatisch, Mazedonisch, Montenegrinisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Serbokroatisch und Slowenisch: da (да)
⢠Albanisch: po
⢠Arabisch: naĘżam (ŮŘšŮ
)
⢠Aramäisch: e
⢠Englisch: yes
⢠Estnisch: jah
⢠Finnisch: kyllä, joo (umgangssprachlich)
⢠FranzÜsisch: oui
⢠Griechisch: ne (νιΚ)
⢠Hebräisch: ken (××)(×ÖľÖź×)
⢠Hindi: hÄĚ (चञŕ¤), jÄŤ (ŕ¤ŕĽ), jÄŤ hÄĚ (ŕ¤ŕĽ चञŕ¤)
⢠Indonesisch: ya
⢠Isländisch: jå (ausgesprochen etwa wie jau).
⢠Italienisch: sÏ
⢠Japanisch: hai (ăŻă), ee (ăă), un (ăă)
⢠Koreanisch: ne (ë¤)
⢠Kurdisch: are
⢠Litauisch: taip
⢠Obersorbisch: haj
⢠Persisch: baleh (بŮŮ)
⢠Plattdeutsch: ja, jocite-ref-13[9]
⢠Polnisch: tak
⢠Portugiesisch: sim
⢠Rätoromanisch: gea (Rumantsch Grischun, Sutsilvan, Surmiran; ausgesprochen: dschea), gie (Sursilvan), hei/schi (Puter), schi/hai (Vallader)
⢠Spanisch: sĂ
⢠Swahili: ndiyo, naam
⢠Tadschikisch: bale (йаНо), ore (ĐžŃĐľ)
⢠Tamil: Äm (ŕŽŕŽŽŕŻ), ÄmÄm (ŕŽŕŽŽŕŽžŕŽŽŕŻ), Ĺm (ŕŽŕŽŽŕŻ) (Sri Lanka)
⢠Tschechisch: ano (umgangssprachlich auch jo)
⢠Tßrkisch: evet
⢠Ukrainisch: tak (Ńак)
⢠Ungarisch: igen
Es existieren auch Sprachen, die kein Pendant zu ja und nein aufweisen, beispielsweise Chinesisch, Lateinisch oder Irisch. Oft wird zum Ausdruck eines âjaâ das Verb der Frage bejahend wiederholt, während es im Falle von âneinâ mit einer Negation versehen wird. Diese Praxis ist auch im Japanischen Ăźblicher als der Gebrauch des Wortes hai.
In manchen Sprachen, in denen es kein eigentliches Ja und Nein gibt, existieren jedoch AusdrĂźcke, die zum Teil anstelle einer Satz(teil)wiederholung eingesetzt werden kĂśnnen. Dazu gehĂśrt im Chinesischen das âshĂŹâ (ćŻ; ist) oder âshĂŹdeâ (ćŻç). Ăhnlich dem werden im Lateinischen die Formeln âita estâ (âso ist esâ) und âsic estâ benutzt, wobei sich aus letzterer durch Abfallen der hinteren Lautelemente die italienische, spanische und portugiesische Form fĂźr âjaâ ([si]) gebildet haben.
Ja als Interjektion
Vorwiegend in der gesprochenen Sprache wird ja oftmals (hinsichtlich der Wortart) als Interjektion bzw. (hinsichtlich der Syntax) als FĂźllwort verwendet und hat wie als Antwort- oder Modalpartikel zustimmenden Charakter, jedoch ohne groĂen zusätzlichen semantischen Gehalt. Je nach Art der sprachlichen ĂuĂerung, der Sprechsituation und des vollzogenen Sprechakts trägt das Wort dann noch weitere Funktionen bzw. Nebenbedeutungen:
⢠äuĂerungsbezogen
⢠AnknĂźpfen an eine eigene vorhergehende, auch abgebrochene Phrase (â⌠und dann ging er ins Schwimmbad. Ja, tatsächlich!â, âEr ging ins Schwimmbad und dann ⌠ja, das warâs!â)
⢠AnknĂźpfen an eine ĂuĂerung des Gesprächspartners (âWieso gehst du nicht mal ins Schwimmbad?â â âJa, ich habâ einfach keine Lust dazu.â)
⢠ausdrucksbezogen: Ausdrßcken von sprechereigenen Befindlichkeiten
⢠Erstaunen, Verwunderung (âJa, sowas!â, âJa, ist denn das die MĂśglichkeit!â) In derartigen ĂuĂerungen kann teilweise auch das Gegenteil von ja verwendet werden (âNein, sowas!â).
⢠Freude, VergnĂźgen (âWir kĂśnnten heute ins Schwimmbad gehen.â â âJa!/Ja, toll!â)
⢠Erleichterung (âJa! Endlich!â, âJa! So ist es richtig!â)
Nach Paul (1908) hat ja auch eine FĂźllfunktion. Dort wo im Zuge eines eigenen Besinnens an vorher Gesagtes angeschlossen wird, fĂźllt ein ja in Fällen wie âJa, da muss ich erst nachsehenâ oder âJa, das kĂśnnte funktionierenâ die Zeit des Nachdenkens aus. So kann ja als Interjektion und FĂźllwort gelten. FĂźr Paul ist ja selbst aber keine Interjektion, kann aber mit solchen verbunden werden (âo ja, ach ja, na jaâ).
FĂźr Brockhaus (1951) hingegen ist ja auch ein âAusruf sehr unbestimmter Bedeutungâ, der spĂśttisch (âja, was haben wir denn da?â) oder zweifelnd (âja, was mache ich denn da?â) verwendet wird.
Ja als Konjunktion
Ja ist keine Konjunktion im klassischen Sinn, hat aber grundsätzlich â manchmal auch abhängig von der aktuellen Ausdrucksweise â verbindende Funktion, indem es einen Bezug zu vorhergehenden ĂuĂerungen aufnimmt und an deren Inhalte anschlieĂt. Das Wort gilt bei entsprechender Gebrauchsweise schon bei Adelung (1793) auch als âBindewortâ, etwa in Fällen wie âJa, was wollte ich doch sagen?â, âJa, jetzt fällt es mir wieder ein.â Jedes Bestätigen einer Aussage und Beantworten einer Frage verbindet die vorhergehenden und nachfolgenden Inhalte in gewisser Weise miteinander. Selbst in Fällen wie âIch schätze ihn, ja, ich verehre ihn sogarâ kann das steigernde ja syntaktisch mit Bindefunktion in Erscheinung treten.
Eine Anschlussfunktion an vorhergehende ĂuĂerungen hat ja auch am Satzbeginn stehend gemeinsam mit dem Ausdruck von persĂśnlichen Emotionen wie etwa
⢠ZĂśgern, Nachdenklichkeit (âJa, das kĂśnnte gehen.â)
⢠Resignation (âJa, dann wäre es das wohl gewesen.â)
⢠Verlegenheit (âJa, dann werde ich mal âŚâ)
Zuordnung von ja zu Wortarten
Das auch allein einsetzbare Ja als Antwort und Bestätigung ist häufig zu unterscheiden vom ja innerhalb des Satzes. Bei allen Verwendungen von ja im Satzinneren wird die Aussage im Satz mittels der Partikel in eine gewisse Richtung hin abgeschattet oder abgetĂśnt. Man nennt daher das Wort ja in solchen Fällen auch eine AbtĂśnungspartikel. Hinsichtlich der Syntax handelt es sich mit dieser AbtĂśnungsfunktion â ähnlich wie ggf. die AusdrĂźcke doch, schon, aber und andere â um ein Satzadverb, mithin um eine adverbiale Bestimmung, sodass das Wort ja auch zur Wortart Adverb gezählt werden kann. Demgemäà herrscht auch Uneinigkeit in WĂśrterbĂźchern, wo ja zu verschiedenen Wortarten gezählt wird:
⢠generell als âbejahendes Nebenwortâ (Adelung 1796)
⢠generell als Partikel (Bßnting 1996, Duden 1994, jeweils ohne weitere Spezifizierung)
⢠âursprĂźngl. ⌠eine Versicherungspartikel, die bei einem Verb stehtâ (Paul 1908)
⢠âconjunction oder adverb, eng in den satzverband eingefĂźgtâ (als Modalausdruck im Gegensatz zur âaffirmationspartikel, ohne enge einfĂźgung in den satzverbandâ als Antwort) (Grimm 1854â1961)
⢠generell als Adverb (Kluge 2002, Sanders 1912, Schiller ca. 1905, Wahrig 1991)
⢠keine Angabe (Brockhaus 1951, Mackensen 1986, ĂWB 2006)
Eine Subklassifizierung von ja in bestimmte Arten von Partikeln ist diskussionswĂźrdig, zumal das Wort etwas unterschiedliche Eigenschaften aufweist.
⢠kann nicht flektiert werden
⢠kann nicht negiert werden
⢠kann nicht mittels und oder mittels oder mit anderen gleichartigen Ausdrßcken koordiniert werden
Alle drei Eigenschaften gelten im Speziellen fĂźr Modalpartikeln, jedoch nur die erste fĂźr die ganz andere Wortart Adverb. Somit kĂśnnte man ja vorerst zu den Modalpartikeln zählen. Ein weiteres Merkmal von Modalpartikeln ist aber ihre wĂśrtliche UnĂźbersetzbarkeit in andere Sprachen. Im Satz âKomm ja nicht zu spät!â ist ja wĂśrtlich nicht mit einem bestimmten Wort einer anderen Sprache gleichzusetzen, wohingegen das Ja als Antwort und Bestätigung es sehr wohl ist. Somit ist ja als Bestätigung deutlich von der Modalpartikel im Satzinneren zu unterscheiden.
FĂźr eine Zuordnung von ja zu mehreren Wortarten spricht auch die MĂśglichkeit der Negation von ja in Antwort- und Bestätigungsfällen, wo es die Bedeutung âneinâ annimmt: âSoll ich springen?â â âJa nicht!â Mit der MĂśglichkeit der Negation ist ja dann keine Partikel, sondern ein Adverb. Als Modalpartikel hingegen (âSpring ja nicht!â) wird nicht ja, sondern das Verb springen negiert. Andererseits kann eingewandt werden, dass die Antwort âJa nicht!â lediglich eine in der Dringlichkeit der Situation und/oder aufgrund groĂer emotionaler Beteiligung vorgenommene sprachliche KĂźrzung von âTu das ja nicht!â u. dgl. ist.
Eine weitere Schwierigkeit der Zuordnung von ja zu einzelnen Wortarten besteht hinsichtlich seiner jeweiligen aktuellen Verwendung mit emotionalem Ausdruck. In Fällen wie âSollen wir ins Schwimmbad gehen?â â âJaaa! Sofort!â ist es Ermessenssache, ob das Ja als Antwort- bzw. Bestätigungspartikel und/oder als Interjektion betrachtet wird. GleichermaĂen zweifach interpretierbar ist ja in solchen Verwendungsfällen, wo das Wort auch als Konjunktion betrachtet werden kann; so etwa stellt das ja im Satz âJa, was wollte ich doch sagen?â nach Adelung eine Konjunktion, nach Brockhaus eine Interjektion dar.
Letztlich kann ja aufgrund unterschiedlicher Produktivität zu verschiedenen Wortarten gezählt werden. Während die AbtÜnungspartikel im Satzinneren keine Wortbildungsprozesse erlaubt, lässt die Antwortpartikel Komposition und Ableitung zu.
Quellen
⢠Adelung (1793) = Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches WÜrterbuch der Hochdeutschen Mundart, Zweyte vermehrte und verbesserte Ausgabe, Leipzig, bey Johann Gottlob Immanuel Breitkopf und Compagnie. 1793, Onlineausgabe. Abgerufen am 25. Februar 2019.
⢠Brockhaus (1951) = Der Sprach-Brockhaus. Das BildwÜrterbuch fßr jedermann. Sechste, verbesserte Auflage, Wiesbaden, Eberhard Brockhaus 1951.
⢠Bßnting (1996) = Karl-Dieter Bßnting: Deutsches WÜrterbuch. Chur, Isis Verlag 1996, DNB 1063974224.
⢠Duden (1994) = Duden: Das groĂe WĂśrterbuch der deutschen Sprache in acht Bänden. Band 7, 2. Auflage., Mannheim 1994, ISBN 3-411-04802-6.
⢠Grimm (1854â1961) = Jakob und Wilhelm Grimm: Deutsches WĂśrterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854â1961. Onlineausgabe. Abgerufen am 26. Februar 2019.
⢠Mackensen (1986) = Mackensen. Deutsches WÜrterbuch. 11. Auflage. Mßnchen 1986, OCLC 742362212.
⢠ĂWB (2006) = Ăsterreichisches WĂśrterbuch. herausgegeben im Auftrag des Bundesministeriums fĂźr Bildung, Wissenschaft und Kultur, 40. Auflage, Wien, Ăśbv hpt 2006, ISBN 3-209-05511-4.
⢠Paul (1908) = Hermann Paul: Deutsches WÜrterbuch. zweite, vermehrte Auflage. Halle a. S., Niemeyer 1908.
⢠Sanders (1912) = HandwÜrterbuch der deutschen Sprache. von Daniel Sanders. Achte, neubearbeitete und vermehrte Auflage von Dr. J. Ernst Wßlfing. Leipzig und Wien, Bibliographisches Institut 1912.
⢠Schiller (ca. 1905) = Karl Schillers Handbuch der deutschen Sprache. Erster Teil: WĂśrterbuch der deutschen Sprache und der gebräuchlichen FremdwĂśrter. Zweite, gänzlich umgearbeitete und vermehrte Beilage, herausgegeben von Friedrich Bauer und Franz Streinz. Wien, Pest, Leipzig, A. Harlebenâs Verlag, [o. J.]
⢠Wahrig (1991) = Wahrig. Deutsches WÜrterbuch. Gßtersloh, Bertelsmann 1991, ISBN 3-570-03648-0.
Siehe auch
Weblinks
Wiktionary: ja
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: Ja
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Anmerkungen
cite-note-1Anmerkung 1. â Quellenangaben liegen im Folgenden, sofern nicht anders angegeben, in der Form vor, dass der WĂśrterbuchautor, in einem Fall der Name des WĂśrterbuchs selbst als Akronym, sowie das Erscheinungsjahr der Buchausgabe genannt werden. Die jeweiligen bibliografischen Daten finden sich im Abschnitt Quellen.
cite-note-81. Genau genommen handelt es sich bei diesem Ja nicht um die Partikel selbst, sondern um die substantivierte Ableitung das Ja (âEuropa braucht unser Jaâ).
cite-note-10Anmerkung 3. â Das y wird im Netzjargon aufgrund der im Englischen gleichen Aussprache des Buchstabens und des Fragewortes auch als AbkĂźrzung fĂźr why? = âwarum, wieso?â verwendet. Dasselbe Motiv der lautlichen Gleichheit von Buchstabe und Wort bzw. Wortteil liegt auch im Falle von k zu okay vor.
cite-note-12Anmerkung 4. â Ein entsprechender Irrtum liegt bei Adelung (1793) vor. Neben Lautgleichheiten des Wortes ja in verwandten Sprachen wird auch eine ähnliche Form von einer auf den Kokosinseln gesprochenen Sprache angefĂźhrt, die lautlich im Zusammenhang stehen soll.
Einzelnachweise
cite-note-21. â Kluge: Etymologisches WĂśrterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. de Gruyter, Berlin 2002.
cite-note-32. â Etymologisches WĂśrterbuch des Deutschen. erarbeitet unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer. 7. Auflage. dtv, MĂźnchen 2007, ISBN 978-3-423-32511-0.
cite-note-paul-43. â Vgl. Paul (1908).
cite-note-54. â Duden (1994).
cite-note-65. â FĂźr Adelung (1793) stellt das Wort ja, neben Fragen und Bitten in einer dritten Verwendung als direkte Bejahung, eine âVersicherungâ dar und zitiert als Verwendungsbeispiel âJa, ja, sie mag ein gut GemĂźth habenâ; entsprechende Beispiele auch bei Grimm.
cite-note-76. â Vgl. Duden 1994.
cite-note-97. â Gesetzblatt 1938. Abgerufen am 19. Februar 2019. ; Hervorhebung des Personennamens im Original durch Fettdruck.
cite-note-118. â Das Wort ist noch eingetragen im GroĂen Duden. Rechtschreibung der deutschen Sprache und der FremdwĂśrter. Elfte, neubearbeitete und erweiterte Auflage, erster verbesserter Neudruck, Leipzig, Bibliographisches Institut 1939. In der 13. Auflage von 1950 ist Jabruder nicht mehr verzeichnet.
cite-note-139. â Vgl. Heinrich Evers, Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 21. November 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.plattdeutsches-woerterbuch.de Klaus DĂźring, Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 29. Dezember 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.duering-online.de Burkhard Strassmann, DIE ZEIT, 29/1997, http://www.zeit.de/1997/29/Jo_statt_Ja
cite-note-1410. â Laut Duden (Das groĂe WĂśrterbuch der deutschen Sprache in acht Bänden, Band 7, 2. Auf., Mannheim 1995, ISBN 3-411-04802-6) gilt tja als eigene Interjektion und âdrĂźckt eine zĂśgernde Haltung, Nachdenklichkeit, Bedenken, auch Verlegenheit od. Resignation ausâ (S. 3399). Bei Mackensen (1986) wird als Bedeutung âZweifelâ (S. 1052) angegeben. Im ĂWB (2006) ist es ein âAusruf der Unsicherheit, Nachdenklichkeitâ. Im Wahrig (1991) sowie in älteren deutschen WĂśrterbĂźchern (Adelung, Grimm, Paul, Sanders, Schiller) und in etymologischen WĂśrterbĂźchern (Kluge. Etymologisches WĂśrterbuch der deutschen Sprache, Wolfgang Pfeifer: Etymologisches WĂśrterbuch des Deutschen, Duden: Das HerkunftswĂśrterbuch) ist das Wort tja nicht eingetragen.